Daumentechnik Ton

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Zur Bearbeitung von Ton bieten sich eine Reihe von verschiedenen Techniken an. Darunter auch die Daumentechnik, Klemmtechnik oder im Englischen auch Pinching genannt. Diese Technik ist gerade für Anfänger besonders gut geeignet, um ein Gefühl für das Material zu bekommen und die Fingerfertigkeit zu schulen

Was versteht man unter der Daumentechnik?

Sie ist eine Art Basistechnik und wird auch oft in Grundschulen beim Werken verwendet. Mit ihr können im Handumdrehen kleine Gefäßformen hergestellt werden, ohne Nutzung von Werkzeugen außer den eigenen Händen. Dennoch lohnt es sich, einen Überblick über die Töpfern Grundausstattung zu haben.

Welches Equipment wird für die Daumentechnik benötigt?

Wie der Name schon verrät, sind keine Werkzeuge zum Formen des Tons notwendig. Für gutes Gelingen ist ein praktischer Arbeitsplatz aber von Vorteil.

  • Dafür bietet sich eine Holzunterlage an, auf der das Werk dann transportiert, werden kann, ohne es anheben zu müssen und Verformungen zu riskieren.
  • Daneben ist ein feuchter Schwamm hilfreich, um den Ton zu befeuchten und ihn so vor dem frühzeitigen Austrocknen zu schützen.
  • Nach der Arbeit kann das Objekt mit Zeitungspapier oder anderem luftdurchlässigem Stoff bedeckt werden, um ein gleichmäßiges Trocknen zu gewährleisten.

Der Ton sollte für diese Technik schamottierter sein. Das dient einmal zur Stabilität des Objekts und verhindert Lufteinschlüsse oder Unregelmäßigkeiten, die beim Aushärten problematisch werden können. Zur guten Verarbeitung sollte er außerdem schön weich und nicht zu trocken sein.

Wie funktioniert die Daumentechnik?

Es gibt zwei verschiedene Arten, um mit dieser Technik ein Gefäß herzustellen.

Technik 1

Einmal kann aus einem Stück Ton eine Kugel geformt werden. Diese wird zwischen den Händen gerollt, bis sie eine gleichmäßig runde Form hat und eine glatte Oberfläche. Danach wird diese Kugel mit einem Draht in der Mitte geteilt, sodass zwei Halbkugeln mit einer glatten Oberfläche entstehen.

  • Man nimmt sie nun in beide Hände und drückt mit beiden Daumen auf der glatten Oberfläche ein. Die Form wird jetzt beim wiederholten Eindrücken gedreht. Es entsteht eine Schale.
  • Dabei darf die Wulst, die am oberen Rand der Schale entsteht, nicht verformt werden, da sie zur Stabilität der Wand dient und erst zu Schluss geformt wird.
  • Durch kleine Fingerbewegungen an den Wänden der Schale entsteht eine ebenmäßige Oberfläche.
  • Wichtig ist, die Wand nicht zu dünn werden zu lassen. Besonders bei den ersten Versuchen sollte sie lieber etwas dicker sein, damit stabil bleibt. Der Ton wird dadurch ebenfalls gefestigt und somit stabiler.

Wenn die Form fertiggestellt ist und die Wand eine gleichmäßig dicke Wand hat, kann die Schale leicht auf das Holzbrett gedrückt werden, um eine Standfläche zu schaffen.

Wer möchte, kann aus den beiden Kugelhälften auch wieder eine Kugel machen. Dafür müssen nur die Kanten angeraut werden und befeuchtet. Dann können sie aufeinandergesetzt werden und die Schnittstellen mit etwas Wasser mit den Fingern glatt gestrichen werden.

Technik 2

Eine zweite Möglichkeit ist, um die Daumentechnik anzuwenden, beginnt wieder mit dem Formen von einer Kugel, indem der Ton zwischen den Händen gerollt wird. Diese sollte etwa so groß wie ein Golfball sein, um gut in der Handfläche liegen zu können. Durch das Formen in der Hand entsteht eine Kreisel-ähnliche Form.

Der Ton wird dann in die stützende Hand gelegt, während die andere Hand mit dem Daumen in den Ton drückt, sodass eine Schale entsteht. Ob dabei die Linke oder Rechte Hand gewählt wird, ist egal. Am besten man probiert aus, mit welcher das Formen besser gelingt.

Bearbeitet wird der Ton nun auf dieselbe Weise wie oben genannt. Nur übernimmt hier eine Hand das Formen der Schale, während die andere den Ton hält.

Beide Ansätze der Daumentechnik sind gleich gut für Anfänger geeignet und können nach Belieben gewählt werden.

Möglichkeiten der Daumentechnik für Tonobjekte

Wer einen Henkel oder Fuß nach der Fertigstellung der Schale anbringen möchte, kann das natürlich tun. Dafür muss nur der Ton an der entsprechenden Stelle wieder angeraut und befeuchtet werden und die Übergänge verstrichen.

Die Daumentechnik ist aber nicht nur für Kinder und Anfänger geeignet. Auch fortgeschrittene können damit mehrteilige, kompliziertere Werke schaffen. Aus mehreren aus der Daumentechnik geformten Teilen können z. B. Tiere geformt werden.

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Es ist hilfreich, sich dafür vorher die Körperteile des Tieres in einzelne Formen grob einzuteilen, die dann einzeln geformt und später zusammengesetzt werden können. Für die Zusammensetzung muss man mit Wartezeiten zum Trocknen rechnen. Wenn man z. B. Füße anbringen möchte, sollte der Ton vom Körper vorher einen lederigen Charakter bekommen haben. Das dauert meist ein bis zwei Tage.

Das vermutlich Wichtigste bei der Daumentechnik ist, nicht zu lange zu brauchen, sondern zügig zu arbeiten. Durch die Wärme der Hände und die Bearbeitung, sowie die Raumtemperatur, trocknet der Ton besonders schnell aus. Es können dadurch unschöne Risse entstehen und das Formen wird zunehmend schwieriger. Die Ausarbeitung ist folglich nicht mehr so ebenmäßig.

Deshalb ist es unerlässlich bei der Anwendung der Daumentechnik, immer Wasser und einen Schwamm bereitstehend zu haben, um dem entgegenzuwirken.

Nach dem Brennen oder Trocknen kann das Gefäß dann für eine glatte Oberfläche noch geschliffen werden. Zur Verschönerung kann es auch bemalt und zur Witterungsfestigkeit lackiert werden.