Plattentechnik Ton

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Plattentechnik Ton

Zur Bearbeitung von Ton bieten sich eine Reihe verschiedener Techniken an. Die Arbeit mit der Plattentechnik erinnert ein wenig an den Bau eines Lebkuchen-Hauses. Hier werden nämlich aus Ton geformte Platten miteinander verbunden, um Stück für Stück so ein Objekt zusammenzubauen. Es werden damit Dinge wie Boxen, Fliesen, Schilder Sie ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Welches Equipment wird für Plattentechnik benötigt?

  • Da es sich hierbei um eine Aufbautechnik handelt, sollte für die Arbeit mit Platten ab 15×15 cm ein grobschamottierter Ton verwendet werden, um die Stabilität des Objekts zu gewährleisten.
  • Zum Schneiden und Messen des Tons kann Tonschneideschnur oder Holzbalken verwendet werden.
  • Der Untergrund, auf dem gearbeitet wird, sollte entweder aus Gips oder Holz sein.
  • Es wird außerdem eine Schale gebraucht für den an gemixten Tonschlick und ein Schwamm zum Befeuchten.
  • Zur Bearbeitung des Tons eignen sich verschiedenste Töpferwerkzeuge. Von Schlingen (Abdrehschlinge, Modellierschlinge) über Modellierholz, Töpfernadel und ein Polierblech, je nachdem was man gestalten möchte.

Wie funktioniert die Plattentechnik?

Wie der Name schon sagt, fertigt man hier Platten aus Ton, um damit etwas zu gestalten.
Um diese herzustellen wird zunächst eine Tonplatte mithilfe der Holzbalken oder einer Tonschneideschnur abgemessen und von einem Ton Block abgeschnitten.

  • Der Fachhandel bietet auch gewisse Plattenschneider an, die es ermöglichen die Tonplatten direkt in unterschiedlichen Stärken abzuschneiden. Die Holzbalken dienen dann auch zur Formung der Platten. Dafür wird der Ton auf eine Holz- oder Gipsplatte gelegt und die Holzbalken so platziert, dass die Tonplatte auf die gewünschte Größe und Dicke ausgerollt werden kann.
  • Sie sollte aber eine Dicke von 7 mm nicht überschreiten, da man Lufteinschlüsse sonst nicht erkennen kann. Der Ton wird dann mit einem Nudelholz dazwischen ausgerollt. Er bekommt somit eine gleichmäßige Dicke und eine viereckige Form. Während dieses Vorgangs muss der Ton immer wieder gewendet werden um festkleben an der Holzplatte zu vermeiden.
  • Wenn dabei Luftblasen an der Oberfläche entstehen sollten, kann man diese einfach mit einer Nadel mehrfach einstechen und ausdrücken. Bei Dellen können diese mit Ton und etwas Schlick gefüllt und dann ausgestrichen werden. Diese Platten kann man aber auch aus Tonresten herstellen. Diesen sollte man nur vorher gut durchkneten und mit den Händen etwas platt drücken.

Wichtige Hinweise

Die Tonplatten von der Platte anzuheben, wenn sie noch weich sind, kann tückisch sein. Dafür kommen wieder die Holzbalken ins Spiel. Wenn man die Tonplatte an einer Kante anhebt und auf beiden Seiten einen Holzbalken legt, kann man den Ton ganz einfach anheben und so Wenden oder an einen anderen Ort Tragen. Das Gewicht des Tons verteilt sich durch den Balken nämlich auf die gesamte Kante und nicht auf zwei Punkte.

Wenn eine Zylinder-Form erreicht werden soll, kann man die Platte dann um ein rundes Hilfsmittel, wie z. B. eine Posterrolle oder Ähnliches wickeln. Hierbei sollte darauf geachtet werden den Ton nicht direkt auf die Rolle zu wickeln, da sie sonst festkleben kann. Man sollte daher ein Blatt Papier oder Stoff vorher um die Rolle wickeln.

Das richtige Trocknen

Nachdem die gewünschten Platten hergestellt sind, wird vor der Weiterverarbeitung am besten gewartet, bis die Platten lederhart sind. Also nicht mehr verformbar. Auf Hilfsmittel gewickelte Tonplatten sollten aber vor dem Trocknen von ihrem Hilfsmittel getrennt werden. Der Ton schrumpft nämlich beim Trocknen und aufgrund der widerstandsfähigen Rolle können dann Risse entstehen. Der Zylinder wird somit unbrauchbar. Während dieser Zeit sollte man den Ton immer wieder wenden.

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Nach dem Trocknen können die Teile dann zusammengefügt werden. Dafür werden die Kanten großzügig angeraut (z. B. mit einer Gabel) und mit Tonschlick bestrichen. Dann muss man die beiden Tonplatten vorsichtig aneinanderdrücken. Herausquellender Schlick sollte entfernt, nicht verstrichen werden. Im Anschluss rollt man die Tonwülste. Je nach Größe und Dicke der Tonplatte sollten diese so den Durchmesser einer Nadel oder eines Bleistifts haben.

Diese muss man an die Schnittstellen andrücken, um sie danach mit Wasser und den Fingern oder einem passenden Werkzeug verstrichen, bis die Übergänge verstrichen sind. Dabei muss immer eine Hand oder ein Holzbalken von außen Gegendruck ausüben, damit die lederharte Platte sich nicht verformt oder bricht.

Bei dünnen Platten ist die Verwendung von Stützen zu empfehlen. Das kann alles sein, was die Stabilität der Platten während des Trocknens unterstützt.

Möglichkeiten zum Verwenden der Tonplatten

Man kann die Platten aber auch einzeln verwenden. Durch Hochbiegen der Ecken oder Kanten kann daraus eine Schale entstehen. Um diese zu stützten, kann man unter die nach oben gebogenen Ecken zum Beispiel zusammen geknüllte Zeitung legen.

Auch das Ausschneiden oder ausstechen ist möglich. Damit kann man z. B. Schmuck oder Anhänger herstellen. Wer fertige Werke verzieren möchte, kann auf der glatten noch feuchten Oberfläche vor dem Trocknen, Stoffe oder Blätter eindrücken, um Muster zu erzeugen. Zum Schluss kann man bei der Plattentechnik wie bei anderen Ton Techniken auch den Ton nach dem Brennen, bemalen, lackieren und anderweitig verzieren.